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South Dakota

Reservate und Stämme:


Sioux:


Wo sonst sollte man dieses Volk erwähnen, als in den Dakotas, also den beiden Staaten, Nord- und Süd Dakota. Der Ausdruck "Sioux" stammt aus dem Französischen und bedeutet "snakes" oder "adders" und nimmt Bezug auf die sieben Feuerstellen, einen Ausdruck mit dem die Ojibwa ihre Feinde, die Sioux,  bezeichneten. Ca. im Jahre 1000 wanderten die "Seven Fireplaces" vom Südosten des Kontinents in das heutige Minnesota ein. Sie bestanden aus sieben Stämmen, die sich in unterschiedlichen Dialekten derselben Sprache verständigten (siehe unten).

In der Mitte des 18. Jahrhunderts wanderten die Lakota westlich auf die Grossen Ebenen weiter, also die heutigen Saaten von South Dakota, Montana, Wyoming und Nebraska. Die Tetons teilten sich wiederum in sieben Untergruppen auf, also in die Oglala, Sicangu, Brule, Hunkpapa, Minneconjou, Itazipco, Oohenunpa und Sihasapa.

Die Sioux haben eine lange Geschichte, die in unzähligen Büchern und Filmen beschrieben und oft auch verfälscht wurde. Meist wurde dabei auf die Lakota eingegangen, die dem klassischen Typus des Plains Indianers entsprechen. Verbündete waren zum Beispiel die Cheyenne und Arapahoe. Wichtige Ereignisse sind zum Beispiel der Red Cloud Krieg von 1860, der Vertrag von Fort Laramie von 1868 bei dem das grosse Sioux Reservat definiert wurde, die Schlacht am Little Bighorn von 1876 und das Massaker von Wounded Knee von 1890. In der Neuzeit kam es dann wiederum zur Auseinandersetzung am Wounded Knee, als es 1973 zu einer 71 Tage dauernden Belagerung durch die Bundespolizei und anderen Kräften kam.
 

Untergruppen der Sioux:

Stämme Bedeutung Sprachgruppe
Mdewakanton Spirit Lake People Dakota
Wahpeton Dwellers Among the Leaves Dakota
Wahpekute Shooters Among the Leaves Dakota
Teton Dwellers on the Plains Lakota
Sisseton People of the Boggy Ground/Campers among the Marshes Dakota
Yankton People at the End Village Nakota
Yanktonai Little People at the End Nakota
Brule/ Sicangu Burnt Thighs Lakota
Oglala They Scatter Their Own Lakota
Two kettle/ Oohenonpa   Lakota
Minneconjou Planters Beside the Water Lakota
Sans Arc/ Itazipco Those Without Bows Lakota
Unkpapa Campers at the Horn or End of the Camp Circle Lakota
Blackfoot/ Sihasapa   Lakota

Cheyenne River Sioux
Viel blieb von dem im Vertrag von 1868 in Fort Laramie definierten "Grossen Sioux Reservats" nicht übrig. Ursprünglich erstreckte es sich über weite Flächen von South Dakota, North Dakota, Wyoming und Nebraska. 1877 und 1889 wurde das Reservat jeweils neu definiert und erheblich verkleinert.  Das Cheyenne River Reservat war ursprünglich mitten im Grossen Sioux Reservat gelegen. Die über 11.000 Bewohner gehören den Minneconjou, Sans Arc, Blackfoot und Two Kettle Gruppen.

Crow Creek Sioux
Crow Creek ist auch ein Überbleibsel aus dem Vertrag von 1898, nachdem alles Sioux Land östlich des Missouri an die U.S. Regierung abgegeben wurde. Ca. 3000 Stammesmitglieder leben hier auf 126.000 Acres.

Flandreau Santee Sioux
Dieses Reservat wurde erst 1934 geschaffen und bildet heute die Heimat für nicht einmal 1000 Stammesmitglieder. Das kleine 2.200 Acre grosse Reservat liegt im südöstlichen South Dakota.

Lake Traverse
Im Vertrag von 1867 wurde dieses Reservat den Sisseton-Wahpeton Sioux zugedacht. Fast 10.000 Stammesmitglieder leben hier in der nordöstlichen Ecke von South Dakota. Das Reservat reicht ins benachbarte North Dakota und verfügt über etliche Seen in der sonst flachen Prairielandschaft.

Lower Brule
Auch ein Überbleibsel aus dem Vertrag von 1898. Das Reservat liegt in der Mitte des Bundesstaates und grenzt an das Crow Creek Reservat. Nur der Missouri trennt die beiden Reservate voneinander. Es leben ca. 1000 der 2000 Stammesmitglieder hier.

Pine Ridge
Heimat der Oglala Lakota Nation und wohl eines der bekanntesten Reservate wegen seiner interessanten Geschichte. Etwa 21.000 der fast 30.000 Stammesmitglieder leben hier in einem der ärmsten Gebiete der U.S.A. Im Norden des Reservats befinden sich die Badlands, heute ein Nationalpark. Die Gedenkstätte von Wounded Knee liegt hier, wo 1890 die 7. Cavalry ein friedliches Camp der Minneconjou Sioux unter Führung von Big Foot überfiel und 250 Indianer, meist Frauen und Kinder, tötete. Der Weg der Indianergruppe durch die Badlands lässt sich noch heute an Hand von Gedenktafeln verfolgen. In den 70er Jahren erregte Wounded Knee wiederum weltweites Aufsehen. Eine Gruppe von Indianern, unterstützt durch das American Indian Movement, leistete hier einem Überaufgebot von U.S. Marshals, Stammespolizei und FBI Widerstand, um auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen. Die Filme "Lakota Woman" und "Incident at Oglala" befassen sich ausgiebig mit dieser Situation und den Folgen.

Rosebud
In diesem Reservat leben die Teton Sioux, deren Mitgliederzahl auf über 16.000 geschätzt wird. Das Reservat liegt östlich von Pine Ridge und bildete ursprünglich eine gesamte Fläche. Heute jedoch fehlt ein grosses quadratisches Stück Land um die Kleinstadt Martin.

Standing Rock
Das Standing Rock Reservat liegt nördlich des Cheyenne River Reservats an der Grenze zu North Dakota und reicht sogar etwas in diesen Bundesstaat hinein. Etliche tausend Stammesmitglieder leben hier im Grassland entlang des Missouri. Nordwestlich der Stadt Mobridge auf einer Anhöhe mit Blick auf den mächtigen Missouri liegt das Grab von Sitting Bull, dem berühmten Hunkpapa Lakota Führer. Er starb nicht weit von hier im Standing Rock Reservat, während er auf eine Erlaubnis von der Reservatsverwaltung wartete, um zum Ghost Dance ins Pine Ridge Reservat reisen zu dürfen. Aus Angst vor Aufständen wurde er von 43 Indianerpolizisten verhaftet und dabei erschossen.

Yankton
Etwa 3000 der 6000 Yankton Sioux leben hier auf einem Teil ihres ursprünglichen Siedlungsgebietes während des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich waren die Sioux im 17. Jahrhundert in Minnesota beheimatet. Die Yankton Sioux waren die einzige Sioux Gruppe, die nicht gegen die U.S. Armee gekämpft hatte. Der Stamm lebte lange vom Ackerbau, hat jedoch heute einen grossen Teil seiner Einnahmen aus einem Casino.

Trotz der vielen Reservate, die South Dakota heute bedecken, verloren sie ihre heiligen "Black Hills", oder "Paha Sapa", für deren Rückgabe sie noch heute kämpfen. In diesem wunderschönen Berggebiet, drängen sich heute die Touristen, um am Mt. Rushmore die in Fels geschlagenen Gesichter ihrer Präsidenten zu besichtigen. Die Indianer arbeiten ihrerseits an einem riesigen Monument von Crazy Horse.  Südlich der Black Hills befinden sich die Custer- und Wind Cave National Parks in denen heute noch grosse Büffelherden zu sehen sind. Statt der Rückgabe der Berge wurde der Sioux Nation ein relativ hoher Millionenbetrag angeboten. Jedoch weigern sich die Stämme, mehr oder weniger einig, den Betrag zu akzeptieren und fordern weiterhin die Rückgabe ihres heiligen Gebietes.